SEO und GEO · 7 Minuten Lesezeit
Gutes GEO ist gutes SEO. Was die Daten wirklich zeigen.
Seit KI-Antworten in Google und ChatGPT auftauchen, verkaufen viele „GEO“ als etwas völlig Neues. Die Daten zeichnen ein klareres Bild: Wer in KI-Antworten genannt werden will, braucht zuerst sauberes SEO. Und seit 2026 ein bisschen mehr.
Was GEO überhaupt ist
GEO steht für Generative Engine Optimization. Den Begriff hat 2023 ein Forschungsteam um die Princeton University geprägt.[6] Gemeint ist: Inhalte so aufzubereiten, dass Systeme wie Googles Übersicht mit KI, der KI-Modus oder ChatGPT sie als Quelle für ihre Antworten verwenden und verlinken. Klassisches SEO zielt auf einen Platz in der Trefferliste. GEO zielt darauf, in der Antwort selbst genannt zu werden.
Klingt nach zwei Disziplinen. Schaut man sich an, woher die KI-Systeme ihre Quellen holen, ist es eher eine Disziplin mit einer Erweiterung.
Beleg 1: Google sagt es selbst
In seiner Dokumentation für Website-Betreiber schreibt Google wörtlich, dass für KI-Übersichten und den KI-Modus dieselben grundlegenden SEO-Praktiken gelten wie für die Suche insgesamt. Eine Seite muss indexiert und berechtigt sein, mit einem Snippet in der Suche zu erscheinen. Darüber hinaus gibt es keine zusätzlichen technischen Anforderungen.[1]
Als weiterhin sinnvoll nennt Google unter anderem:[1]
- Crawling in der robots.txt erlauben, auch auf Ebene von CDN und Hosting
- Inhalte über interne Links auffindbar machen
- eine gute Nutzererfahrung auf der Seite
- wichtige Inhalte als Text anbieten, unterstützt durch gute Bilder und Videos
- strukturierte Daten, die zum sichtbaren Text passen
- ein aktuelles Google-Unternehmensprofil
Das ist eine SEO-Checkliste. Für Google ist gutes GEO zuerst einmal gutes SEO.
Beleg 2: ChatGPT sucht über Suchmaschinen
Bei ChatGPT ist es ähnlich. OpenAI schreibt zum Start der ChatGPT-Suche, dass sie auf Suchanbieter von Drittfirmen und auf Inhalte von Partnern zurückgreift.[2] Dazu kommt ein eigener Crawler, der OAI-SearchBot. OpenAI empfiehlt ausdrücklich, ihn in der robots.txt zuzulassen. Seiten, die ihn aussperren, werden in den Suchantworten von ChatGPT nicht gezeigt.[3]
Wer also technisch sauber aufgestellt ist, gut indexiert wird und Crawler zulässt, hat die Grundvoraussetzung für beide Systeme erfüllt.
Beleg 3: Rankings und KI-Zitate hängen zusammen
Ahrefs hat im Juli 2025 rund 1,9 Millionen Zitate aus einer Million KI-Übersichten ausgewertet. Ergebnis: 76,1 % der zitierten Seiten rankten für dieselbe Suche in Googles Top 10, weitere 9,5 % auf den Plätzen 11 bis 100. Die meistzitierte Quelle einer KI-Übersicht stand im Median auf Platz 2 der normalen Suche.[4]
Die Einschränkung: 2026 reicht ein Top-Ranking allein nicht mehr
Im März 2026 hat Ahrefs die Untersuchung mit 863.000 Suchergebnisseiten und 4 Millionen zitierten URLs wiederholt. Der Anteil aus den Top 10 lag nur noch bei rund 38 %.[5]Die Erklärung liefert Google selbst: KI-Übersichten und KI-Modus zerlegen eine Frage in viele verwandte Teilsuchen, das sogenannte „query fan-out“, und ziehen ihre Quellen aus all diesen Ergebnissen.[1] Wer nur für die eine Hauptsuche oben steht, deckt die Teilfragen nicht ab.
Ein zweiter Befund aus derselben Studie: Unter den zitierten Seiten, die für die Suche gar nicht in den Top 100 standen, kamen 18,2 % von YouTube. Laut Ahrefs ist YouTube inzwischen die meistzitierte Domain in KI-Übersichten.[5]
Gutes GEO ist also gutes SEO plus Breite: eine Seite, die die naheliegenden Folgefragen gleich mitbeantwortet, und Präsenz dort, wo die KI zusätzlich nachschaut.
Was die Forschung über gute GEO-Inhalte sagt
Die Princeton-Studie hat verschiedene Arten getestet, einen Text umzuschreiben, und gemessen, wie sichtbar er danach in KI-Antworten ist. Die besten Methoden steigerten die Sichtbarkeit um bis zu 40 %.[6] Am stärksten wirkten:
- Zitate einfügen, etwa von Fachleuten oder Kunden
- Zahlen und Statistiken ergänzen statt allgemeiner Aussagen
- Quellen angeben, auf die man sich stützt
- flüssig und verständlich formulieren
Keyword-Stuffing, also Suchbegriffe möglichst oft in den Text zu packen, brachte dagegen kaum eine Verbesserung.[6] Besonders interessant für kleinere Betriebe: Eine Seite, die in der normalen Suche nur auf Platz 5 stand, gewann durch Quellenangaben in den Experimenten der Studie 115 % Sichtbarkeit.[6] Gute Inhalte können also auch gegen größere Mitbewerber punkten.
Auffällig ist: Fast alles, was in der Studie wirkt, ist schlicht gutes Schreiben, das auch Menschen überzeugt. Belegen, konkret werden, verständlich bleiben.
Warum das für deinen Betrieb zählt
Pew Research hat die Browserdaten von 900 Erwachsenen in den USA ausgewertet. Erschien bei einer Google-Suche eine KI-Zusammenfassung, klickten Nutzer nur in 8 % der Fälle auf ein normales Suchergebnis. Ohne Zusammenfassung waren es 15 %. Auf einen Link in der Zusammenfassung selbst klickten sie in 1 % der Fälle.[7]
Fragen und längere Suchen lösen dabei besonders oft eine KI-Zusammenfassung aus: bei Suchen, die mit einem Fragewort beginnen, in 60 % der Fälle.[7] Genau so suchen Menschen nach Dienstleistern: „Wer macht in Dortmund Badsanierung?“ Wer dann in der Antwort steht, wird wahrgenommen. Wer nur darunter rankt, wird seltener angeklickt.
Was das konkret heißt: die Checkliste
- Technik zuerst. Seite indexierbar, robots.txt lässt Googlebot und OAI-SearchBot zu, schnelle und mobile Seite.[1][3]
- Jede Leistung bekommt eine klare Seite oder einen klaren Abschnitt, der die Frage direkt beantwortet.
- Folgefragen mitbeantworten: Kosten, Dauer, Ablauf, Einzugsgebiet. Das deckt die Teilsuchen der KI ab.[5]
- Konkret werden: echte Zahlen, echte Kundenstimmen, Quellen nennen.[6]
- Strukturierte Daten, die exakt zum sichtbaren Text passen, zum Beispiel für FAQ und Unternehmensdaten.[1]
- Google-Unternehmensprofil aktuell halten.[1]
- Breiter sichtbar sein, etwa mit kurzen Videos zu häufigen Fragen auf YouTube.[5]
- In der Search Console messen. Klicks aus KI-Übersichten und KI-Modus laufen dort im normalen Leistungsbericht mit.[1]
Fazit
GEO ist keine Wunderdisziplin neben SEO. Google und OpenAI beschreiben beide Systeme so, dass sie auf indexierbaren, gut strukturierten und vertrauenswürdigen Seiten aufbauen. Wer SEO sauber macht, hat das Fundament für GEO. Neu ist, dass ein einzelnes Top-Ranking 2026 nicht mehr genügt: Inhalte müssen die ganze Frage abdecken, belegen, was sie sagen, und dort präsent sein, wo die KI nachschaut.
Genau so arbeite ich für meine Kunden. Ein Beispiel: Googles Übersicht mit KI nennt heute beyond.audio als Quelle, eine Seite, die ich neu gebaut und auf Suchbegriffe ausgerichtet habe.
Quellen
- [1]Google Search Central: AI features and your website. zuletzt aktualisiert am 10.12.2025.
- [2]OpenAI: Introducing ChatGPT search. 31.10.2024.
- [3]OpenAI Developer Docs: Overview of OpenAI Crawlers. abgerufen am 10.10.2026.
- [4]Ahrefs (L. Linehan, X. Guan): 76% of AI Overview Citations Pull From the Top 10. 21.07.2025, Auswertung von 1,9 Mio. Zitaten aus 1 Mio. KI-Übersichten.
- [5]Ahrefs (L. Linehan, X. Guan): Update: 38% of AI Overview Citations Pull From The Top 10. 02.03.2026, Auswertung von 863.000 Suchergebnisseiten und 4 Mio. zitierten URLs.
- [6]P. Aggarwal, V. Murahari, T. Rajpurohit, A. Kalyan, K. Narasimhan, A. Deshpande (Princeton University u. a.): GEO: Generative Engine Optimization. KDD 2024, arXiv:2311.09735 v3 vom 28.06.2024.
- [7]Pew Research Center (A. Chapekis, A. Lieb): Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results. 22.07.2025, Browserdaten von 900 US-Erwachsenen, 68.879 Google-Suchen im März 2025.
Alle Zahlen wurden am 10. Oktober 2026 in den verlinkten Originalquellen geprüft. Studien zu KI-Suchen veralten schnell; die Werte gelten für den jeweils angegebenen Zeitraum.